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Mexikanische Minnesänger

Am letzten Freitag hatten wir unsere erste Begegnung der dritten Art mit der erstaunlich krassen mexikanischen Bürokratie! Um den Bestimmungen unseres Studenten- Visas gerecht zu werden mussten wir eine Masse an Papierkram einreichen und abwickeln. Für diesen Prozess wurde uns eigens eine Anwältin unseres Vertrauens von der Uni zur Seite gestellt, die wir auch dringend brauchten, denn  wir mussten: Kopien der ersten drei Seiten unseres Visas, plus das Original, sämtliche *shitfucking* Seiten unseres Passes kopieren und das ganze in doppelter Fassung plus den Pass selber, eine Kopie der Bescheinigung das wir die erforderliche Summe gezahlt haben plus Original einreichen. Außerdem 4 Fotos von vorne und drei von der Seite. Zusätzlich mussten wir noch ein detailliertes Dokument ausfüllen, in dem man u.a. Form und Dichte der Augenbrauen, Mundfülle, Gesichtsform, Statur (fett – normal – schlank) angeben, außerdem über körperliche Besonderheiten (Tattoos oder Piercings etc.) informieren musste. Meine Fotos entsprachen natürlich nicht der Norm, da eine Haarsträhne ins Gesicht ragte (spätestens an dem Punkt wollte ich heulen, schreien oder irgendwen beissen)…

Nach dem Schock sind Shirin und ich erstmal ohne Dokumente, d.h. identitätslos verreißt J Und zwar nach Guanajuato (vier Stunden von Guadalajara, heißt angeblich „Stadt der Frösche&ldquo. Auf der Busfahrt haben wir versucht noch etwas Schlaf nach zu holen, was nicht so einfach war, weil Beatles Klassiker, interpretiert von einer lateinamerikanischen Sängerin, durch die Lautsprecher tönten. In Guanajuato selber haben wir uns schnell ein billiges Hostel gesucht mit einer ganz reizenden, motivierten Hostelbetreiberin, die man besser nicht ansprach, weil sie den ganzen Tag mit ihren Kindern Fern gesehen hat den Tag über haben wir uns die ganze Stadt angeguckt, die is nicht so groß, und abends haben wir dann noch mal eine kleine Runde gedreht, um etwas vom Nightlife Guanajuatos mit zu bekommen. An einem der vielen Plätze war ein Restaurant neben dem anderen und jedes hatte seinen eigenen Musikact, der gegen den vom Restaurant neben an angesungen hat. Wo wir saßen hat sich ein Solokünstler, der eher romantische, langsame Lieder gesungen hat mit einer ganzen Horde Banda-Sänger gebattelt („Banda“ ist so was, wie das Salsa von Mexiko, mit viel Trompete, Krach und schnulzigen Texten, erinnert ein wenig an die bayrische Volksmusik). Die Stimmung war aber richtig toll. Am Theater haben wir uns einer Menge angeschlossen, die von einer anderen Band angeheizt wurde. Die Kostüme der Bandmitglieder erinnerten sehr an mittelalterliche Minnesänger, die hatten so sexy Plüschröckchen an. Zuerst haben die vor Ort Stimmung gemacht und uns dann aufgefordert ihnen zu folgen. Man ist dann wie bei einem Kölner Karnevalszug der Band durch die Stadt hinterher. Das war lustig J

Auf der Rückfahrt hatten wir das Pech, dass genau die selben Filme im Bus gezeigt wurden, wie auf unserer Fahrt von Mexico City nach Guadalajara, nämlich: Bee Movie, Mr. Bean, Das Attentat und Jumper. Mittlerweile können wir sie auswendig mitsprechen

26.8.09 06:08

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